Schimmelpilzgefahr im Winter – wie Schimmel keine Chance bekommt

Der Herbst ist gekommen und der Winter naht – eine besonders anfällige Jahreszeit für die Bildung von Schimmel in Wohnungen und Gebäuden. Schimmel an den Wänden ist nicht nur unschön und wird von unangenehmen Gerüchen begleitet, sondern stellt vor allem eine ernsthafte Gefahr für die Bausubstanz und die Gesundheit dar. Damit die Entstehung von Schimmel vermieden werden kann, gibt es wichtige Aspekte zu beachten.

Warum sich Schimmel besonders gern im Winter bildet:

Im Herbst gibt es häufig viele Regentage, die Temperaturen sinken langsam und im Winter breiten sich Kälte, Frost, Eis und Schnee aus. Die Hauptursache für Schimmel ist Feuchtigkeit. Die erste natürliche Reaktion des Menschen ist es, die Fenster vor diesem Klima zu schließen und sich vor Kälte, Regen und Schnee zu schützen. Da auch das Bedürfnis Energie und Heizkosten zu sparen stetig steigt, werden sehr oft geringfügig genutzte Räume wie Schlafzimmer, Gästezimmer oder Abstellräume kaum beheizt und Fenster im Winter nur selten geöffnet, damit die Wärme im Raum erhalten bleibt. Diese Reaktionen sind verständlich, jedoch fördern sie auch die Bildung von Schimmelpilz. Feuchtigkeit in der Wohnung entsteht von innen durch Wasserdampf und Kondenswasser vom Kochen, Duschen, Wäsche trocknen, Schwitzen und Atmen. Auch defekte Wasserleitungen sorgen für Feuchtigkeit und Nässe. Undichte Stellen am Dach, in den Fenstern oder auch Schwachstellen in der Dämmung lassen Feuchtigkeit von außen durch Regen, Schnee und schmelzendes Eis in das Gebäude dringen. Schimmel benötigt Feuchtigkeit sowie einen entsprechenden Nährboden organischer Materialien wie Tapeten, Holz, Kleister, Gipskartonplatten, Wandbeschichtungen, Teppiche oder Bodenbeläge, um sich zu entfalten.

Effektive Maßnahmen zur Vorbeugung von Schimmel:

Zu den Grundprinzipien, die die Schimmelbildung in der Wohnung verhindern, gehören insbesondere das regelmäßige Lüften, das Beheizen aller Räume sowie eine gute Luftzirkulation zwischen Wand und Möbeln.

Damit die Luftfeuchtigkeit in den Räumen gesenkt wird, ist richtiges Lüften unabdingbar. Das Ankippen von Fenstern für den Austausch von feuchter mit trockener frischer Luft reicht nicht aus. Ein zu langes Öffnen der Fenster kühlt Räume sowie Wände aus, verursacht aber hohe Heiz- und Energiekosten. Optimal und gesund ist die Stoßlüftung, bei der die Fenster für 10 Minuten vollständig geöffnet werden. Die Luftzirkulation wird durch den Temperaturunterschied zwischen der kalten Luft draußen und der warmen Luft drinnen positiv beeinflusst. Nässe und Feuchtigkeit können zusätzlich verhindert werden, indem nach dem Duschen oder Kochen die von Wasserdampf und Kondenswasser beschlagenen Stellen mit einem trockenen Tuch abgewischt werden und der Raum sofort gelüftet wird. Stoßlüftungen sollten mehrmals am Tag erfolgen. Da sich die frische kalte Luft schnell aufwärmt, wird nur geringfügig Heizenergie verbraucht. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass Möbel und Bilder nicht unmittelbar an der Wand angebracht sind – insbesondere nicht an der Außenwand. Es sollte stets ein Luftraum von mindestens fünf Zentimetern bestehen.

Die Raumtemperatur spielt besonders im Winter eine wichtige Rolle. Es sollte jeder Raum beheizt werden und im Idealfall eine Temperatur von 19 bis 21 Grad besitzen. Geringfügig genutzte Räume können auf 17 Grad geheizt werden, sollten jedoch vor den wärmeren Räumen verschlossen sein. Der Gefahr vor Schimmel wird vorgebeugt, wenn sich alle Raumtemperaturen nicht mehr als fünf Grad voneinander unterscheiden. Der Hintergrund ist, dass sich warme feuchte Luft an kalten Wänden absetzt und so Schimmel verursacht.

Fazit:

Das Stoßlüften beseitigt die vorhandene Luftfeuchtigkeit, die Schimmel verursacht. Das optimale Heizen der Räume verhindert ein Abkühlen der Wände und somit die Aufnahme von Luftfeuchtigkeit. Alle Räume sollten im Winter auch bei Abwesenheit beheizt werden. Trockene und frische Luft sollte zwischen Wand und Möbeln zirkulieren können, damit sich kein Schimmel ansetzen kann.

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