Gesundes Wohnen mit Holz

Dielen, Parkett und Laminat versprechen ein behagliche Ambiente für die Wohnung. Nicht alles was nach Holz aussieht ist allerdings natürlich gewachsen. Massivholzdielen und klassisches Parkett sind in dieser Hinsicht ein Vorbild. Dagegen sieht Laminat lediglich wie Holz aus. Die sichtbare Oberfläche ist ein bedrucktes Papier, darunter befindet sich eine Trägerschicht aus HDF, das ist eine Art holzfaserverstärkter Kunststoff. Normales Laminat reagiert dadurch sehr empfindlich auf Feuchtigkeit und Nässe. Vorteil des Laminats ist das einfache Verlegen. Das trifft aber auch auf Fertigparkett zu, bei dem zumindest die Deckschicht aus echtem Holz besteht. Wie die anderen Echtholzböden lässt sich auch Fertigparkett durch Abschleifen renovieren.

Solche Fußböden aus verschiedenen Hölzern zusammenzusetzen ist kaum eine gute Idee. Auch eine von Apfelbaum bis Zeder bunt gemischte Essecke sieht meist eher zusammengewürfelt aus. Es spricht aber nichts dagegen, einen Holzfußboden mit Stühlen, Tischen und Schränken aus anderen Holzarten zu kombinieren. Empfehlenswert ist allerdings, Färbung und Intensität der Maserung aufeinander abzustimmen. Aber auch ein besonders kräftig gemasertes Einzelstück, wie das Ebenholz Modell von Sideboard Design, kann als Solitär in einer sonst schlichten Holzumgebung vorteilhaft wirken.

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Holzmaserung

Qualität von Möbeln und anderen Gegenständen aus Holz

Holzoberflächen lassen sich leicht imitieren, nicht nur mit bedrucktem Papier, wie beim Laminat. Schon die antiken Ägypter haben millimeterdünne Schichten aus echtem Holz – so genanntes Furnier – genutzt, um verschiedenste Untergründe wie Massivholz wirken zu lassen. Die Qualität von Holzmöbeln zeigt sich dann besonders an den Stellen, die normalerweise nicht sichtbar sind: in geöffneten Türen und Schubladen, unten und an der Rückseite. Interessant sind auch die Verbindungen einzelner Holzteile, aus denen sich ein Möbelstück zusammensetzt – wie sauber die Teile gefügt sind, aber auch die Art der Verbindung. Tischler verwenden hierfür typische Konstruktionen wie Gehrung, Überblatten, Zinken. Diese kommen ohne fremdartige Elemente wie Nägel oder Schrauben aus, sind dauerhaft stabil und optisch ansprechend, aber auch vergleichsweise aufwändig in der Herstellung.

Als Naturprodukt zeigt Holz typische Farbveränderungen – sie sind kein Zeichen für mindere Qualität. Helle Hölzer dunkeln nach und vergilben, dunkle Hölzer hellen auf. Diese Prozesse werden durch Licht beschleunigt, besonders durch einen hohen UV-Anteil, wie im Sonnenlicht. Eine dauerhaft einseitige Beleuchtung, etwa am Fenster, ist daher ungünstig. Teilweise deckende Lasuren oder Kälken können dem Effekt solcher Farbveränderungen bereits im Vorfeld entgegenwirken.

Oberflächenbehandlung und Holzschutz

Holz ist an sich sehr haltbar, das zeigen beispielsweise Jahrhunderte alte Dachstühle und Fachwerkhäuser. Staunässe mag Holz allerdings gar nicht und da es im Allgemeinen sehr saugfähig ist, nimmt es leicht Verfärbungen an. Oberflächenbehandlungen und Holzschutz verhindern dies mehr oder weniger effektiv. Die Empfindlichkeit gegen stehende Nässe macht einen Holzschutz im Außenbereich zumindest an den Stellen notwendig, die direkten Bodenkontakt haben. Darüber hinaus sollte bereits bei der Konstruktion auf einen guten Wasserabfluss und eine ausreichende Drainage geachtet werden.

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Holz-Terrasse

Eine relativ neue, umweltfreundliche Alternative zum chemischen Holzschutz ist thermisch modifiziertes Holz, kurz Thermoholz. Nach der Wärmebehandlung eignen sich auch einheimische Hölzer wie Eiche oder Buche uneingeschränkt für Außenanwendungen. Im Vergleich mit den unbehandelten Hölzern ist Thermoholz weniger gut verleimbar und besitzt eine geringere Festigkeit. Bei den üblichen Anwendungen im Garten ist dies aber ohne Bedeutung. Dagegen ist Thermoholz für den Innenbereich auch wegen seines rauchigen Aromas weniger geeignet. Ein derart starker Holzschutz ist im Innenraum aber auch nicht notwendig.

In früheren Zeiten wurden glatte Lackoberflächen als besonders edel angesehen. Heute machen Kunststoffe solche Oberflächen ohne viel Aufwand möglich und Alternativen zum Lack werden attraktiver. Ein Schutz gegen Feuchtigkeit und Schmutz lässt sich auch erreichen, ohne die Holzoberfläche komplett zu versiegeln und die Holzstruktur unter einer Lackschicht zu verdecken. Ölen und Wachsen sind typische Beispiele. Während Öl ins Holz einzieht, bildet Wachs einen dünnen Film auf der Holzoberfläche. Die Wachsschicht schützt daher etwas besser vor Flecken, Öl lässt das Holz mehr atmen. Der klassische Leinölfirnis ist beim Auftrag flüssig wie Öl, härtet aber mit dem Sauerstoff der Umgebungsluft im Holz aus. Alle genannten Alternativen zum Lack sind vergleichsweise einfach zu renovieren. Flecken lassen sich mit feinem Schleifpapier beseitigen, danach wird die Oberfläche wieder mit dem entsprechenden Mittel geschützt.

Reinigung und Pflege

Ein geeignetes Reinigungsmittel für geölte oder gewachste Möbel ist Schmierseife. Sie ist auch unter dem Namen grüne Seife bekannt, reinigt schonend und lässt auch die Schutzschichten geölter oder gewachster Hölzer intakt.

Auf keinen Fall gehören Küchenutensilien aus Holz in die Spülmaschine. Die Kombination aus Nässe, hohen Temperaturen und aggressiven Reinigungsmitteln verträgt Holz nur sehr schlecht. Ein rauer Spülschwamm schadet einer natürlichen Holzoberfläche dagegen nicht. Der feine Abrieb sorgt nur dafür, dass sie nachher wie neu aussieht, sogar ohne Spülmittel. Daher kommen zum Beispiel hölzerne Kochlöffel ganz ohne Holzschutz aus. Für die weitere Pflege von Frühstücksbrettchen und ähnlichen Accessoires empfiehlt sich ein gelegentliches Einreiben mit Pflanzenöl.

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